Wird Roetgen bald zur „Fair-Trade-Gemeinde“?

Vorstoß der SPD-Fraktion: Gruppe für lokale Aktivitäten soll gebildet und im Rathaus faire Produkte angeboten werden.

Roetgen. Die Gemeinde Roetgen soll sich als „Fair-Trade Gemeinde im Rahmen der internationalen Kampagne „Fairtrade Towns“ von Transfair bewerben. Das hat jetzt die SPD-Fraktion im Roetgener Gemeinderat beantragt.

Im Rahmen der internationalen Kampagne solle Roetgen den Titel „Fair-Trade-Gemeinde“ anstreben, schreibt Fraktionsvorsitzender Klaus Onasch. Der Gemeinderat möge dazu einen Vertreter der Gemeinde in die nach dem Ratsbeschluss noch zu gründende lokale Sitzungsgruppe für die Koordination lokaler Aktivitäten entsenden.

Die SPD werde sich im Fall einer Zustimmung des Gemeinderats um die Aufstellung dieser lokalen Gruppe kümmern. In allen Rats- und Ausschusssitzungen sowie im Bereich des Bürgermeisterbüros solle ein Getränk aus fairem Handel verwendet werden (zum Beispiel Saft, Kaffee oder Tee) und ein weiteres Produkt (zum Beispiel Kekse, Chips). Einmal im Quartal solle über die Aktivitäten berichtet werden.

Als Begründung schreibt Onasch: „Importe von Produkten aus Entwicklungsländern sind überwiegend dadurch gekennzeichnet, dass die Produktgewinnung unter nicht nachhaltigen Bedingungen stattfindet und dass soziale Mindeststandards und eine gerechte Entlohnung der bei der Produktion eingesetzten Menschen nicht gegeben sind.

Spätestens seit Mitte der 1990er Jahre wurde dieser Umstand der breiten Öffentlichkeit in Deutschland mit Einführung des Transfair-Siegels bewusst und der faire Handel hat seitdem einen durchaus positiven aber selbstverständlich noch nicht ausreichenden Aufschwung erlebt. Traditionell befasst sich der faire Handel mit landwirtschaftlichen Gütern, die aus Entwicklungsländern in Industrieländer exportiert werden.

In jüngerer Zeit weitet sich der faire Handel auf industrielle Produkte wie Bekleidung und Fußbälle aus, und es gibt Initiativen, die ihn auf Computer, auf Erdöl oder Diamanten ausweiten wollen.
Auch im Tourismus wird fairer Handel vermehrt zum Thema. Angesichts sinkender Milchpreise in Europa bestehen vereinzelt Ansätze, die ‚faire Preise‘ für europäische Milchbauern garantieren sollen.

Insgesamt halten wir es für überaus sinnvoll, den Gedanken des fairen Handels auch in Roetgen mit der Bewerbung der Gemeinde Rotgen als ‚Fair-Trade Gemeinde‘ aktiv zu unterstützen und seine Verbreitung zu befördern.“

Aachen ist seit 2011 als 54. Stadt in Deutschland Fair-Trade-Stadt. Die Stadt Eschweiler bewirbt sich seit Juli 2016 um diesen Status.

Quelle: Eifeler Nachrichten

Hier können Sie den Wortlaut des Antrags lesen.

 

 

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