Neue Perspektiven für das Bahnhofsgelände

Die gesamte Enwicklungsstudie gibt es hier zum download.

Das ehemalige Bahnhofsgelände in Roetgen steht im Mittelpunkt visionärer Überlegungen. Die Gemeinde Roetgen sieht auf dem circa 1,6 Hektar großen Areal nämlich das Potenzial, den Tourismus zu stärken und eine höhere Aufenthaltsqualität sowie neue Möglichkeiten der Freizeitgestaltung zu schaffen

Da der vielbefahrene Vennbahnradweg und der bei Wanderern beliebte Eifelsteig über das Gelände führen, werden hier viele Anknüpfungspunkte gesehen.

Außerdem hat dieser Platz auch eine historische Bedeutung, schließlich befindet sich ganz in der Nähe die Stelle, an der die Amerikaner im Zweiten Weltkrieg deutschen Boden betraten – die Gemeinde Roetgen gilt als die erste von den Amerikanern eingenommene.

Entscheidend ist dabei aber, dass sich die Fläche auf belgischem Staatsgebiet befindet. Möglicherweise liegen in dem Boden auch noch Altlasten verborgen – was bei einem ehemaligen Bahnhofsgelände nicht verwundern würde.

Die Gemeinde hatte nun eine Studie in Auftrag gegeben, die als Grundlage für Gespräche mit belgischen und deutschen Behörden dienen soll und nun in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses vorgestellt wurde. „Wir können nur Vorschläge machen. Um gute Vorschläge machen zu können, wurde die Studie in Auftrag gegeben. Alle, die es betrifft, müssen wir mitnehmen. Das wird alles noch viel Überzeugungsarbeit kosten“, erklärte Bürgermeister Jorma Klauss.

Mit Blick auf die Kosten erläuterte er, dass es nicht unbedingt ein Projekt der Gemeinde sein müsse. Seiner Meinung nach werde man auf Fördermittel angewiesen sein, daher gelte es, „möglichst viele Fans für das Projekt zu gewinnen“. Klar sei auch, dass die Fördermittelgeber dann mitreden wollen. Deshalb gebe es auch noch keinen konkreten Plan und keine festgelegten Details.

Die Studie zieht fünf Varianten mit unterschiedlichen Schwerpunkten vor, deren Elemente auch miteinander getauscht werden könnten. Die bestehende Gastronomie ist Bestandteil aller Szenarien.

Variante I – Zentrum

Hier soll ein Platz im Zentrum des Geschehens stehen, der multifunktional genutzt werden kann, beispielsweise für kleinere Konzerte und Veranstaltungen oder Märkte. Park-and-Ride-Plätze sowie ein kleiner Wohnmobilstellplatz wären hier ebenso vorgesehen wie eine Fahrradstation, ein Kletterparcours und eine Multisportanlage für Angebote wie Fuß-, Basket- und Volleyball. Außerdem ist eine Aufweitung des Weges zum Grölisbach geplant. Dort soll ein Steg über den Bach führen und schließlich auf einer Plattform mit Aussicht in das angrenzende Landschaftsschutzgebiet enden.

Variante II – Erlebnispfad

Diese Variante sieht einen großen Anteil an Grünflächen vor. Aber auch hier wird es Stellflächen für Pkw und Wohnmobile sowie eine Fahrradstation geben. Eine kleinere Fläche könnte für Ausstellungen oder Flohmärkte genutzt werden. Entlang des Eifelsteigs würden dann verschiedene Stationen eingerichtet, an denen Sportgeräte, Informationstafeln oder „Erlebnisobjekte“ integriert werden. Vorstellbar wären auch eine Multisportanlage und eine Skateranlage. Am Ende des Erlebnispfades ist ein „Naturkino“ in Form einer Aussichtsplattform mit Sitzgelegenheiten am Grölisbach vorstellbar.

Variante III – ZOB

Bei dieser Variante ist ein Zentraler Omnibushof (ZOB) integriert, wo vier Gelenkbusse sowie ein normaler Bus gleichzeitig Platz finden würden. Vorgesehen sind auch wieder ein Wohnmobilstellplatz und ein Park-and-Ride-Platz. Eine befestigte Fläche würde einen multifunktional nutzbaren Bereich für Veranstaltungen und Märkte bieten. Außerdem wären eine Minigolfanlage oder ein Segwayverleih mit einer Übungsstrecke sowie eine Skateranlage denkbar. Am Grölisbach würde dann eine multifunktional nutzbare Grünfläche zur Verfügung stehen, die durch einen kleinen Sandspielbereich ergänzt würde.

Variante IV – Tor

Hier sind ein Spielplatz, eine E-Bike-Station und eine großzügige Fläche für Konzerte, Märkte und andere Veranstaltungen vorgesehen. Um das Motto der Gemeinde – „Das Tor zur Eifel“ – aufzugreifen, würde sich über diesen Platz ein Torbogen spannen. Dieses Tor könnte dann durch seine Beschaffenheit die historischen Aspekte assoziieren und darstellen. Es soll als Blickfang und Anziehungspunkt dienen. Möglich wäre auch eine Nutzung als Kletterwand. Im weiteren Verlauf könnten Spiel- und Sportelemente wie zum Beispiel Bodentrampoline Platz finden. Eine Skateranlage gehört auch hier zur Planung. Außerdem wäre eine Art Trimm-Dich-Pfad möglich. Am Ufer des Grölisbachs sollen sich die Besucher auf Liegen und Bänken ausruhen können.

Variante V – Kunst

Hier steht die Kunst im Fokus. Eine Grünfläche soll so umgestaltet werden, dass sie als Parkplatz oder Veranstaltungsfläche genutzt werden kann. Der Rest des Areals soll autofrei bleiben. Die Außengastronomie des Cafés wird erweitert und ein kleiner Spielplatz angelegt. Auf der Grünfläche zwischen Rad- und Fußweg sind dann außergewöhnliche Kunstwerke vorgesehen, die Assoziationen mit der Eifel, Roetgen oder Roetgens Historie wecken. Auch das Tor zur Eifel könnte in verschiedenen Varianten dargestellt werden. Auch in der Dämmerung sollen die Kunstobjekte mit Hilfe von Illuminationen in Szene gesetzt werden und zu einem Spaziergang verleiten. Um die Eindrücke wirken zu lassen, wird Wert auf Sitzgelegenheiten gelegt.

Mit einem einstimmigen Beschluss wurde der Bürgermeister schließlich beauftragt, mit den zuständigen belgischen und deutschen Behörden in Kontakt zu treten, um Realisierungs- und Fördermöglichkeiten zu erörtern.

AN 11.04. Foto: Andreas Gabbert

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