Nach dem zweiten Titel will der Hahnenkönig nun Kaiser werden

Zum Foto: Wieder „Hahn im Korb“: König Heinz-Peter Straeten in der Horizontalen.Seine Christiane, „Hahnen-Boss“ Volker Scheer (4.v. l.),die Hahnenköpper und der Nachwuchs freuen sich mächtig.

Heinz-Peter Straeten triumphiert in Rott. Der gesellige Hahnenclub macht bei seiner Kirmes den Saal Hütten zum Wies‘n-Bierzelt. Stimmung im „Hühnerstall“.

Rott. Der Hahnenclub gehört in Rott längst schon zur örtlichen Vereinsszene, seit 47 Jahren ist er dabei. Einmal im Jahr lädt der homogene und lustige Club, der sich „Frohsinn und Humor“ auf seine Federn geschrieben hat, an der Spitze „Oberhahn“ Volker Scheer, zur traditionellen Hahnenkirmes ein. Am Samstag war es wieder so weit.

„O‘zapft is!“

Und weil diese Hahnenkirmes in die allseits beliebte bayerische „Wiesenzeit“ fällt, geht es in Rott bei Hütten entsprechend weiß-blau zünftig und boarisch zu. Analog das Motto „O’zapft is!“

Der Saal Hütten ist ein großes Bierzelt, es duftet nach Weißwurst, Spießbraten, dazu Radi und Brezeln und selbstverständlich echtes Oktoberfestbier. Na, dann Prost. Und die Musik? Auch handgemacht live von der Blasmusik der „Egerländer Rott“. Da kommt so mancher Stimmungshit zu Ehren, es wird geschunkelt und kräftig mitgesungen.

Bis gegen 19 Uhr, da wendet sich das Blatt: Hahnenköppen ist angesagt. Dieser Brauch ist schon alt, in Rott aber erst seit 1969 beliebt. Die Augen sind zur Bühne gerichtet. Da hängt er, der Stoffhahn, in einem geflochtenen Korb, mit dem Kopf nach unten. Wahrlich kein „Hahn im Korb“, wie ein Sprichwort besagt, eher ein bedröppelter Gockel. Das arme, wehrlose Tierchen soll fortan Saures bekommen. Gelächter im Saal, Anfeuerungsrufe überschlagen sich, kurzum: „Der Hahn war los!“ Der im Korb natürlich nicht, sonst wäre alles vorzeitig zu Ende gewesen.

Die Gaudi geht jetzt erst richtig los. Den diesmal „nur“ fünf Hahnenköppern (die Damen fehlten gänzlich) werden die Augen verbunden, ein Säbel in die Hand gedrückt, alles wird lauter, man dreht die Kämpfer ein paar Mal im Kreise herum, die Orientierung soll erschwert werden. Mit dem Säbel in den Händen wird der Siegeswille spürbar. „Ran an den Hahn“, so die Parole des Abends. Das ist das Startzeichen für Alex Hoffmann, Hans Hillen, Tom Adam, Heinz-Peter Straeten und Lokalmatador Hubert Hütten.

Die „Köpper“ tasten sich langsam an „Le Coq“ oder „et Hantje“ heran, nähern sich dem Korb. „Mehr nach links, Hubert“, schreit man im Saal, der Geräuschpegel steigt mächtig an. „Schlag endlich zu, Tom“, kommt eine weitere Anfeuerung von unten. Der ganze Saal tobt vor Freude. Die Hand des Hahnenköppers holt weit aus. „Rummms“, der lange Hals hat zwar einen Treffer abbekommen, aber das wirft doch einen stolzen Hahn nicht aus der Bahn. Der bleibt eisern in seinem Korb hängen und harrt der Dinge, die noch kommen werden.

Auf ein Neues, und so weiter. Runde um Runde vergeht. Arbeit für Volker Scheer, er moderiert, inspiriert, die Schläge werden heftiger, die Fanrufe lauter, das bayerische Bier hat sie in Stimmung gebracht. „Wann endlich haben wir einen neuen Hahnenkönig?“ Hubert Hütten ist dran, schafft ein Novum, er schlägt dem Korb den Boden aus, der ganze Gockel samt Boden pendelt hin und her. Lange kann es nicht mehr dauern. Dann rückt der Uhrzeiger auf 19.40 Uhr vor. Vorjahressieger Heinz-Peter Straeten (im Trachtenlook) schreitet zum Korb. Fixiert den Hahn, holt aus, schlägt zu: Nichts. „Schade“, hört man im Saal. Doch als Straeten sich gerade abdrehen will, fällt der ganze Kladderadatsch zu Boden, mit dem Malträtieren ist es vorbei.

Rott hat seinen alten und nun auch wieder neuen Hahnenkönig. Der Saal stimmt „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ an. Die ist total pur gegeben.

Königskette überreicht

Volker Scheer überreicht die Königskette, für Königin Christiane (in hübschem Dirndl) gibt es Blumen, natürlich für ihren King ein dickes Küsschen und ein Foto zur Erinnerung. Die strammen Jungs tragen ihren König auf Händen. „Lasst ihn nicht fallen“, so die Königin besorgt. Heinz-Peter Straeten will im kommenden Jahr die Chance nutzen, den Titel „Hahnen-Kaiser“ anzustreben, den er erringt, wenn ihm das Kunststück des finalen Schlags ein drittes Mal gelingen sollte.

Nun, im „Hühnerstall“, pardon Saal, ging jetzt die Fete erst richtig los. Hüttengaudi mit DJ Alex. Wie am Sonntag zu hören war, soll es recht spät geworden sein…

Quelle: Eifeler Zeitung
Text und Bild: Günther Sander

Teile und empfehle uns!