Fleißige Hände bringen Farbe in die Dörfer

Von Ort zu Ort unterschiedliche Verantwortlichkeiten für die Pflanzungen. Immer mehr private Initiativen springen ein.

Von Andreas Gabbert

Nordeifel. Die ersten Krokusse und Schneeglöckchen strecken ihre Köpfe schon der Sonne entgegen, und es wird nicht mehr lange dauern, bis überall in den Orten der Nordeifel Tausende Blumen sprießen. Der schöne Anblick entsteht aber nicht von allein. Wer für die Blumenpracht verantwortlich ist, wird von Kommune und von Ort zu Ort unterschiedlich gehandhabt. Die öffentliche Hand hat sich immer mehr zurückgezogen.

Bepflanzungen würden inzwischen von Privatleuten oder Initiativen übernommen, sagt Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter. Im Rahmen des Haushaltssicherungskonzepts (HSK) gebe es auch Einsparungen bei der Grünpflege. Größere Maßnahmen wie die anstehende Erneuerung der Flächen am Schwanenweiher in Höfen erfolgten durch den städtischen Bauhof. Öffentliche Verkehrsflächen wie Kreisverkehre und Mittelinseln würden durch beauftragte Unternehmen gepflegt. In den meisten Fällen erfolge die Pflanzung von Blumen aber in Abstimmung mit örtlichen Vereinen.

Monschau: ISG hat übernommen
In der Monschauer Altstadt kümmerte sich darum bislang der „Verschönerungsverein“, der der Arbeitsgemeinschaft Monschauer Unternehmen (AMU) angeschlossen war und zum Ende des Jahres 2016 aufgelöst wurde. Die Aufgabe wurde jetzt von der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) übernommen. Vor Ostern würden rund 50 Pflanzkästen und 15 Beete von einem beauftragten Gärtner bepflanzt. „Das wollen wir weiter so machen“, erklärt der Vorsitzende der ISG, Rolf Kaulard. Außerdem strebe man eine saisonale Bepflanzung an. Das sei aber noch nicht in trockenen Tüchern. In der Vergangenheit habe die jährliche Einmalpflanzung mit rund 2000 Euro zu Buche geschlagen. Diese Kosten würden durch Vereinsmittel gestemmt. Außerdem versuche man die Kosten in den sogenannten Verfügungsfond der ISG einzubringen, der zu 50 Prozent aus Landesmitteln gefördert wird. Angedacht sei auch, die Bepflanzung in der Altstadt genauer zu betrachten, möglicherweise auszuweiten und zu optimieren.

„Es wäre schön, wenn noch viel mehr passieren würde!“

Christa Heners von den Roetgener Grünen, die sich mit Pflanzaktionen beteiligen

In Höfen übernimmt zum Beispiel der Förderverein Golddorf Höfen die Bepflanzung. In die Grünpflege sowie die Unterhaltung des Schwanenweihers und anderer Flächen würden jährlich rund 6500 Euro pro Jahr investiert, erklärt Ortsvorsteher Heinz Mertens. Der Blumenschmuck koste etwa 800 bis 1000 Euro im Jahr. Das schwanke von Jahr zu Jahr. Finanziert werde der Blumenschmuck aus Mitteln des Fördervereins und des Ortsvorstehers. Der Förderverein wiederum finanziere sich über städtische Zuweisungen für die Grünpflege, durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und die Vermietung des vereinseigenen Hubsteigers, erläutert Mertens.

In Rohren erfolgt die Pflege oft durch Anwohner, um die Dorfwiese kümmert sich der Musikverein Lyra, und die Wanderwege und Bänke werden vom Heimatverein gepflegt. Den Rest erledigt ein beauftragtes Unternehmen.

In allen Orten der Gemeinde Simmerath werden Pflegearbeiten und teilweise auch die Blumenanpflanzungen von Bürgern und Vereinen ehrenamtlich übernommen. Der Kreisverkehr in Strauch wird durch das ABK-Hilfswerk gepflegt, der Kreisverkehr in Rollesbroich durch Dieter Hermanns. Die Landfrauen Strauch übernehmen die Pflege und die Bepflanzung des Friedhofs, der Grünanlage im Bereich des Hochkreuzes und der Verkehrsinsel vor der Kirche. Der Gewerbe- und Verkehrsverein Simmerath kümmert sich um den Kreisverkehr an der Dohmenstraße. Die Pflege und Bepflanzung der Verkehrsinsel am Ortseingang von Steckenborn erfolgt durch eine Bürgerin.

Aber auch ohne bestehende Vereinbarungen würden zahlreiche Bankette in Ortslagen, kleine Grünflächen und Plätze immer wieder von Bürgern und Anwohnern gepflegt und teilweise auch bepflanzt, heißt es von Seiten der Gemeinde Simmerath. In Dedenborn würden zum Beispiel mehr als 15 Kästen mit mehr als 100 Blumen angebracht, die allesamt von Privatpersonen gestiftet, bepflanzt und das ganze Jahr über gepflegt werden.

In Roetgen Bauhof und Private

In der Gemeinde Roetgen erfolgen Pflanzung und Grünpflege teils durch den Bauhof, teils durch private Hand. Der beim Bauhof angestellte Landschaftsgärtner bepflanzt rund ein Dutzend Kübel und einzelne kleine Beete, zum Beispiel vor dem Rathaus. Für die Pflanzen werden nach Auskunft der Gemeinde im Frühjahr und im Sommer jeweils rund 200 Euro investiert. Hecken, Sträucher und größere Flächen sowie die Mittelstreifen auf der Bundesstraße werden hingegen von Firmen gepflegt.

Zu den Privatinitiativen zählt der Roetgener Gartentreff, der für ein Beet am Marktplatz die Patenschaft übernommen und dort Stauden gepflanzt hat. Auch die Roetgener Grünen beteiligen sich seit drei Jahren mit Blumenzwiebelpflanzaktionen. In diesem Jahr haben die Grünen vier kompakte Flächen bepflanzt – zwei an der Grundschule, eine am Ortseingang in der Nähe des Gewerbegebietes und eine an der Kreuzung Jennepeterstraße/Hauptstraße. Im ersten Jahr seien es rund 1000 Blumenzwiebeln gewesen, die gepflanzt wurden – in diesem Jahr noch rund 500. Die Kosten in Höhe von 60 bis 70 Euro trage der Ortsverband der Grünen, sagt Ratsmitglied Christa Heners und fügt hinzu: „Es wäre schön, wenn noch viel mehr passieren würde!“

Quelle: Aachener Zeitung

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