Die Mehrheit stimmt für Einfamilienhaus

CDU, SPD und FDP im Roetgener Bauausschuss stimmen im zweiten Anlauf der Bebauungsplan-Änderung für das Vorhaben an der Mühlenstraße zu. Antragsteller macht Zugeständnisse und nimmt die Gemeinde aus der Pflicht.

Roetgen. Nach Ersatzpflanzungen jetzt neue „Fällaktion?“ Das war in der Roetgener Bauausschusssitzung im Februar diesen Jahres die entscheidende Frage, die bei einem Antrag auf Änderung des Bebauungsplanes Nr. 8 – Mühlenstraße für Zündstoff gesorgt hatte (wir berichteten).

Bäume statt Bebauung lautete die Forderung. Nach kontroversen und scharfen Diskussionen wurde die Entscheidung bekanntlich verschoben. Nun gab es die „Neuauflage“, und im Gremium tauchte die Frage auf, was sich denn nun geändert habe? „Ich kann nichts entdecken“, so Gudrun Meßing (Grüne). Nach Durchsicht der Verwaltungsvorlage würden abermals Fragen offen bleiben, so Meßing. Nicht bei CDU (Michael Seidel) und SPD (Klaus Onasch), hier wurden keinerlei Probleme entdeckt. Die FDP hatte sich gar mit dem Antragsteller vor Ort getroffen, berichtete Franz-Josef Zwingmann. Der habe versichert, Ersatzpflanzungen seien vorhanden und bräuchten, bis auf einen kleinen Eichenbaum von etwa zwei Metern Höhe, „nicht versetzt zu werden.“ Auch bezüglich der geologischen und hydrologischen Beschaffenheit des Baugrundes werde es keine Probleme geben. Zudem sei die sehr steile Hanglage mit der starken Geländeabschüssigkeit zum Fließwasser hin und der davon ausgehenden Gefahren für Bewohner des zu errichtenden Hauses de facto „beherrschbar“, so Zwingmann. Der Antragsteller beharre darauf, dass er diese möglichen Risiken in Gänze übernehmen werde und die Gemeinde Roetgen von jeglichen Schadensersatzansprüchen jetzt und in Zukunft freistelle, wusste der FDP-Sprecher. Das alles solle im Kaufvertrag notariell aufgenommen werden. „Die FDP ist bereit, dem Bauantrag in Verbindung mit einer entsprechenden Haftungsfreistellung im Falle der Errichtung eines Gebäudes zuzustimmen“, schloss Franz-Josef Zwingmann.

Die Bauverwaltung befürwortet den Antrag nach wie vor, die Antragsunterlagen seien konkretisiert worden, in dem die auf dem betreffenden Grundstück vorhandene Böschungsoberkante mit dem erforderlichen Schutzabstand von drei Metern eingezeichnet wurde. Auch der verbleibende Abstand zur Straßenbegrenzungslinie beziehungsweise zur Fahrbahn sei entsprechend dargestellt worden.

Gebaut werden soll ein anderthalbgeschossiges Haus, nicht geplant sei ein modernes kubistisches Haus mit Flachdach, sondern eines, das sich der ursprünglichen und modernen Bauweise anpasse und in die Natur eingebettet sei. Es soll, wie die alten bestehenden Roetgener Häuser, quer zur Straßenfront stehen, so die Begründung des Antragstellers. Falls es möglich sei, soll ein traditionelles Schleppdach oder Spitzdach verbaut werden.

Spannung, als Bauausschussvorsitzender Frank Knur (SPD) den Beschluss der Verwaltung zur Abstimmung stellte. Mit neun Ja-Stimmen (CDU, SPD, FDP) gab es grünes Licht bei sechs Neinstimmen und einer Enthaltung. Einstimmig hingegen wurden zwei weitere Bauvoranfragen für Roetgen „durchgewunken“: die Erweiterung eines Einfamilienhauses in der Neustraße, ebenso die Errichtung eines Einfamilienhauses in der Wilhelmstraße.

Quelle: Eifeler Zeitung
Text: Günther Sander

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