Die Größe bleibt ein Streitpunkt

Zum Foto: Nach über einem Jahr wird der Bebauungsplan für den Erweiterungsbau des Seniorenzentrums in der Roetgener Jennepeterstraße aufgestellt. Auch Anpassung bringt nicht alle Ratsvertreter unter einen Hut.

Roetgen. Jetzt hat der Investor Sicherheit: Nach über einem Jahr Beratungsdauer beschloss der Roetgener Gemeinderat bei 22 Ja- und acht Nein-Stimmen die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans für die Erweiterung des Seniorenzentrums in der Jennepeterstraße. Die Notwendigkeit der Erweiterung liegt in der Tatsache begründet, dass ein weiteres Wohnheim des Betreibers an der Bundesstraße in Roetgen aufgegeben wird.

Querriegel entfällt

Der entscheidende Punkt der Änderung besteht darin, dass nun mehrere Gebäude vorgesehen sind und auch von den zunächst vorgesehenen 20 Metern Firsthöhe Abstand genommen wurde. Der einst geplante massige Querriegel als über 50 Meter langer Anbau entfällt in dieser Form.

Auch die erneute Anpassung der Pläne, was Höhe und Volumen der Baukörper betrifft, vermochte es aber nicht, alle Ratsvertreter unter einen Hut zu bringen. Die Kritiker des Vorhabens sehen nach wie einen überdimensionierten Baukörper in diesem von Wohnbebauung geprägten Gebiet.

Das bestehende Seniorenwohnheim an der Jennepeterstraße soll jetzt einen rund 24 mal 26 Meter großen, viergeschossigen Anbau erhalten. Dort sind 36 Wohngemeinschaftsplätze und zwölf Tagespflegeplätze vorgesehen.

Westlich davon soll ein zweigeschossiges Gebäude mit einer Kubatur von rund 31 mal 17 Metern und einer Höhe von 10,40 Meter Platz für 13 Wohneinheiten und einen Gemeinschaftsraum bieten. Östlich vom Hauptgebäude soll ein dreigeschossiges Haus mit einer Fläche von rund 39 mal 17 Metern und einer Gesamthöhe von 13,25 Metern entstehen. Dieses Gebäude soll Platz für 26 Wohneinheiten und einen Gemeinschaftsraum bieten. An seinem höchsten Punkt erreicht das Gebäude rund 16 Meter.

Die Abstandsflächen zwischen den Gebäuden sind so gewählt, dass Blicke in die Landschaft möglich sind. Es ist geplant, die Gebäudeteile mit einem Tunnel zu verbinden.

Für Silvia Bourceau (UWG) erschien diese angestrebte Gebäudehöhe in einem Wohngebiet nach wie vor nicht angemessen. Die Anwohner hätten unter anderen Voraussetzungen ihre Baugrundstücke erworben.

Zerstückelt statt verkleinert

Neben der Gebäudehöhe sehe sie zudem große Problem bei der Parksituation und bei der Zuwegung. Außerdem kritisierte sie, dass die beschlossene Anwohnerversammlung zu einem früheren Zeitpunkt hätte stattfinden müssen. Dirk Meyer von der Bauverwaltung sagte dazu, dass der Zeitpunkt der Versammlung zum im Verfahren vorgesehenen Zeitpunkt stattfinde.

Keine Zustimmung fand das Vorhaben auch bei Wolfgang Schruff (PRB), der im überarbeiteten Plan keine Verkleinerung, sondern nur eine „Zerstückelung“ sah.

Volle Unterstützung fanden die neuen Pläne hingegen bei der CDU. Michael Seidel: „Wir freuen uns, dass nach fast einem Jahr nun der Aufstellungsbeschluss erfolgt.“ In diesem Sinne äußerten sich auch die Grünen, selbst wenn das Vorhaben immer noch groß sei, so Gerd Pagnia. Ein wichtiger Aspekt sei, dass auf dem Gelände des Seniorenzentrums ausreichend Parkplätze zur Verfügung gestellt würden. Auch Günter Severain (parteilos) sah in den neuen Plänen ein positives Beispiel dafür, dass ein Investor seine Pläne angepasst habe.

„Man kann auch zu allem Nein sagen“, meinte Klaus Onasch an die Adresse der UWG. Wichtig bei diesem Vorhaben sei vor allem, dass in Roetgen Wohnungen für alte Menschen geschaffen würden.

Silvia Bourceau legte Wert auf die Feststellung, dass sich ihre Kritik nicht gegen neue Seniorenwohnungen in Roetgen richte. Es gehe allein um das Volumen des Baukörpers, „dessen Größe in erster Linie nur der Wirtschaftlichkeit dient“.

„In Simmerath geht es kleiner“

Bei seinem Nein blieb auch Bernd Vogel (PRB): „In Simmerath gibt es auch Seniorenwohnheime. Erstaunlich ist für mich, dass es dort durchaus eine Nummer kleiner geht.“

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