Die Gemeinde Roetgen plant ein neues Baugebiet

Erste Überlegungen dazu gab es schon im Jahr 2013, jetzt macht die Gemeinde Roetgen ernst: Zwischen den Baugebieten „Greppstraße I“ und „Greppstraße II“ soll ein neues Baugebiet entstehen.

Die Gemeinde Roetgen plant ein neues Baugebiet. Erste Überlegungen, zwischen den Baugebieten „Greppstraße I“ und „Greppstraße III“ ein weiteres zu erschließen, gab es bereits im Jahr 2013. Schon damals wurde klar, dass sich die Erschließungsmaßnahme hinsichtlich der baugestalterischen Anforderungen von den bisherigen Baugebieten in Roetgen unterscheiden soll.

Hintergrund ist ein Gestaltgutachten der RWTH Aachen, auf dessen Grundlage die Gemeinde die weitere Ortsentwicklung vorantreiben will. Die Bauverwaltung hatte dann Anfang 2017 die Auslobung eines städtebaulichen Wettbewerbs vorgeschlagen.

In einer Projektgruppe, bestehend aus Vertretern der Politik, der Bauverwaltung, der Roetgener Bauland GmbH und der RWTH Aachen, wurde überlegt, auf welcher Grundlage das Gebiet erschlossen werden soll. In mehreren Sitzungen wurden die Inhalte eines sogenannten Lastenhefts besprochen, das den teilnehmenden Büros als Grundlage der Planungsarbeiten dienen soll. Dabei geht es unter anderem um die Größe der Grundstücke, die Durchmischung der Art der Nutzung (Wohnen und Gewerbe) sowie die Gestaltung des Straßenraums.

„Es soll ein gemischtes vielfältiges Baugebiet mit unterschiedlichen Wohntypologien entstehen, in dem an geeigneten Stellen verträgliche Gewerbeeinheiten möglich sind. In die Planung sind besondere Wohnangebote für Familien und Senioren zu integrieren“, heißt es in den Vorgaben für die Planungsbüros.

Erschließung über die Faulenbruchstraße

Wie viele Häuser in dem rund sieben Hektar großen Gebiet entstehen sollen, wird ein Ergebnis des Wettbewerbs sein. Langfristig sind mehrere Zufahrten für das neue Baugebiet geplant. Hauptsächlich soll die Erschließung über die Faulenbruchstraße erfolgen. Eine Zufahrt ist zwischen den Häusern 41 und 43 geplant, weitere liegen auf dem Areal des Campingplatzes und stehen noch nicht zur Verfügung. Zufahrten sind auch über die Verlängerung der Straße Muerenbruch zwischen den Häusern 7 und 9 sowie über die Greppstraße zwischen den Häusern 30 und 36 geplant. Ein dafür notwendiges Grundstück steht an der Greppstraße zurzeit aber nicht zur Verfügung. Zusätzlich sind auch mehrere fußläufige Anbindungen geplant.

Kurzfristig hat sich an der Faulenbruchstraße gleich hinter der Querung des Vennbahnradweges auch noch eine neue Zufahrtsmöglichkeit ergeben. Die Bauverwaltung sieht hier eine Win-Win-Situation für die Gemeinde und den Eigentümer. So wäre an dieser Stelle eine größere Bautiefe möglich und je nach Ergebnis des Wettbewerbs die Erschließung zweier Baugrundstücke.

Nur eine Gegenstimme

Der Bauausschuss der Gemeinde hat das Lastenheft jetzt als Grundlage für die Auslobung eines Planungswettbewerbs genehmigt. Nur Bernd Vogel (PRB) stimmte dagegen, Gudrun Meßing (Grüne) enthielt sich ihrer Stimme. Klaus Onasch (SPD) war von der Möglichkeit einer weiteren Zufahrt an der Faulenbruchstraße positiv überrascht. „Das sollten wir auf jeden Fall so umsetzen“, sagte er.

Auch Helmut Helzle (CDU) begrüßte diese Möglichkeit. Möglichst viele Zufahrten seien hier sinnvoll. Silvia Bourceau (UWG) hielt fest, dass die Erschließung über die Faulenbruchstraße erfolgen müsse, und brachte Bedenken der Anwohner der Greppstraße und des Muerenbruch zum Ausdruck. Gudrun Meßing (Grüne) hatte Bedenken, „weil hier wieder ein riesiges Wohngebiet entsteht“. Gleichzeitig sei das Projekt „eine Gelegenheit zu zeigen, wie man es besser machen könnte. „Das Lastenheft ist nämlich erstaunlich grün“, erklärte Meßing. Ähnlich sah das auch der parteilose Günther Severain. „Das bietet uns erstmals die Gelegenheit, ein völlig anderes Baugebiet zu schaffen“, sagte er. Bernd Vogel (PRB)äußerte Bedenken hinsichtlich der Verkehrssituation.

Nun sind zwischen der Gemeinde und der Roetgener Bauland GmbH noch abschließende Planungsvereinbarungen zu treffen. Dazu gehört auch die Verteilung der Kosten für den Wettbewerb. Vorgesehen ist, dass die Roetgener Bauland GmbH den Anteil der Flächen übernimmt, die in einem ersten Abschnitt sicher erschlossen werden können. Der Rest wird von der Gemeinde Roetgen getragen und von der Roetgener Bauland übernommen, wenn die Erschließung auch dieser Flächen möglich ist. Der Anteil der Gemeinde wird rund 59.000 Euro betragen.

Nun wird der Wettbewerb, der in diesem Jahr abgeschlossen werden soll, vorbereitet. Anschließend gilt es, den Bebauungsplan aufzustellen. Wenn alles gut läuft, sollen die ersten „baureifen“ Grundstücke laut Auskunft der Bauverwaltung 2021/2022 zur Verfügung stehen.

Andreas Gabbert AN 23.04.2019

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