Der Ortsbus kommt, aber nicht elektrisch

Roetgen bekommt eigene Linie für den Ortskern. Schnellbusse aus Simmerath und Monschau gewinnen dadurch Zeit.

 
Roetgen. Die Buspendler zwischen der Eifel und Aachen werden sich freuen: Die sogenannten Schnellbusse, die zwischen Aachen und Monschau beziehungsweise Simmerath verkehren, werden zum Fahrplanwechsel 2018 ihrer Bezeichnung endlich gerecht. Die Linien SB 63 und SB 66, die zu den Normalverkehrszeiten dann im 30-Minuten-Takt fahren, werden Roetgen auf dem schnellsten Wege, nämlich über die Bundesstraße, passieren. Die lästige und zeitraubende Schleife durch den Ort, zumindest aus Sicht der Pendler, entfällt dann wochentags.

Doch die Gemeinde Roetgen bekommt angemessenen Ersatz. Die Anbindung des Ortskerns wird künftig durch einen Ortsbus sichergestellt.

Mitfahrerbänke werden „differenziert“ gesehen

Sogenannte Mitfahrerbänke sind auch in Roetgen ein Thema. Bernhard Müller (Grüne) regte im Hauptausschuss an, eine solche Bank auch in Rott zwecks einer schnelleren Anbindung in Richtung Relais Königsberg zu errichten.

Die Begeisterung von Bürgermeister Jorma Klauss aber hielt sich Grenzen. Er sehe dieses Angebot „sehr differenziert“. Wegen der Stadtnähe Roetgens könne man die Situation nicht mit der „tieferen Eifel“ vergleichen. Eine mögliche Mitfahrerbank-Konzeption für Roetgen könnte ein „geschlossener Benutzerkreis“ sein. Doch für die Ausarbeitung eines solchen Systems fehlten der Verwaltung derzeit die Kapazitäten. Eine Konzeption für Mitfahrerbänke in Roetgen könnte aber auch in Form einer ehrenamtlichen Initiative erarbeitet werden.

In der Gemeinde Simmerath wurden bereits Punkte für Mitfahrerbänke festgelegt.

57 000 Euro Mehrkosten

Das ist das Ergebnis mehrerer Gesprächsrunden der Gemeinde Roetgen mit der Aseag und dem AVV zum „modifizierten ÖPNV-Bedienkonzept“ ab 2018. In der Sitzung des Hauptausschusses wurde das Konzept zustimmend zur Kenntnis genommen, auch wenn nicht alle Wünsche erfüllt werden. Ein Ortsbus in Form eines Elektrofahrzeuges kommt nicht zum Zuge. „Ich denke, dass für Roetgen das Optimale herausgeholt wurde“, meinte Silvia Bourceau (UWG). Selbst wenn der Elektrobus auf der Strecke geblieben sei, sollte man dieses Ziel nicht aus den Augen verlieren.

Mit der Einführung des Ortsbusses soll die innerörtliche Erschließung verbessert werden. Eine Verknüpfung von Ortsbus- und Schnellbuslinien soll künftig an der Haltestelle Wanderstation erfolgen. In den ÖPNV-Schwachverkehrszeiten samstags und sonntags sollen die beiden Schnellbuslinien weiterhin wie bisher über Roetgen-Markt fahren.

Ein kontroverser Punkt in den Vorab-Gesprächen war die Tatsache, dass der Roetgener Ortsbus auf den Linien 61, 64 und 67 enorme 86 000 Kilometer im Jahr mehr leistet, was zu einer Kostensteigerung von 100 000 Euro führen würde. Diese erhöhte ÖPNV-Umlage für die Gemeinde Roetgen konnten zwischenzeitlich auf 57 000 Euro reduziert werden, nachdem noch eine kostengünstigere Variante gefunden werden konnte.

Der Schülerverkehr wird ab 2018 in die Linien 64 und 67 integriert. Die Grundschüler steigen nicht mehr am Wervicq-Platz, sondern an der Hauptstraße ein.

Günter Severain (parteilos) wies auf die Situation hin, dass die Schülerbusse in den Morgenstunden intensiv genutzt würden, aber nachmittags weitaus weniger. Daher halte er eine grundsätzliche Diskussion über dieses Thema innerhalb der Schulversammlung für sinnvoll.

Durch die Bereitstellung der Schülerjahreskarten entstehen der Gemeinde Roetgen zusätzliche Kosten.

 

Quelle:

Text und Foto: P. Stollenwerk

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