Baumbestattungen in Rott abgelehnt

Auf dem Friedhof in Roetgen: Das Nutzungsrecht an Kammern zur oberirdischen Beisetzung von Urnen kann jetzt auch schon zu Lebzeiten vergeben werden.

Antrag der Grünen findet keine Mehrheit . Künftig weniger Abfallbehälter auf den Friedhöfen und Ausweitung der Grabpflege.

Rott/Roetgen. Auf dem Waldfriedhof in Rott wird es auch in Zukunft keine Baumbestattungen geben. Einen entsprechenden Antrag der Grünen hat der Haupt-, Finanz- und Beschwerdeausschuss der Gemeinde Roetgen mit den Stimmen von SPD und UWG abgelehnt.

In den vergangenen Jahren habe sich gezeigt, dass in der Bestattungskultur ein Wandel von der Sarg- zur Urnenbestattung vollzogen wurde. Mittlerweile liege der Anteil an Urnenbestattungen je nach Gemeinde bei bis zu 90 Prozent. Dies lasse sich insbesondere darauf zurückführen, dass die Menschen ihren Nachkommen hohen Pflegeaufwand und Kosten gerne ersparen würden, hatten die Grünen zur Begründung ihres Antrages geschrieben.

Eine Urnenbestattung könne auf verschiedene Arten erfolgen. Zum einen gebe es die herkömmliche Art der Beisetzung in einem Grab. Auch hier falle noch Pflegeaufwand an, daher etabliere sich die Beisetzung der Urne in einem Urnenschrank – nach Meinung der Grünen eine teure und sehr nüchterne Variante.

Da aber immer mehr Menschen eine naturnahe Bestattung wünschen würden und ein Friedwald nicht überall zur Verfügung stehe, sei die Baumbestattung eingeführt worden. Hierbei werde – in Abgrenzung zum Aschestreufeld – die Asche des Verstorbenen in einer ökologisch unbedenklichen Urne im Wurzelbereich eines Baumes bestattet, wobei sechs bis acht Urnen im Kreis um einen Baum angeordnet werden könnten. Wie bei den Grabstätten auf Rasenflächen werde eine Gedenkplatte bodengleich über der Urne angelegt. Zusätzlich könne ein Bereich vorgesehen werden, auf dem Blumen oder ähnliches abgelegt werden könnten, hatten die Grünen erklärt.

Da die Gemeinde Roetgen vor dem Problem stehe, auf dem Waldfriedhof in Rott über eine sehr große ungenutzte Fläche (rund 2100 Quadratmeter) zu verfügen, die erhebliche Pflegekosten verursache, sind die Grünen der Meinung, „dass wir beide Aspekte dahingehend zusammenführen sollten, dass wir uns zum einen diesem neuen Nachfrageverhalten öffnen, zum zweiten einen Teil der Fläche einer neuen sinnvollen Nutzung zuführen“. Bei der vorhandenen Anzahl von 16 Bäumen könnten 128 Baumbestattungen stattfinden. Einer sofortigen Nutzung als Urnenhain ohne weitere Kosten für die Gemeinde stünde nichts im Wege. Außerdem sei es möglich, einige weitere Bäume zu pflanzen, hatten die Grünen argumentiert.

Auch im Arbeitskreis Friedhof wurde dieses Thema bereits diskutiert, fand dort jedoch keine Mehrheit. Vielmehr war man der Meinung, auf weitere Bestattungsformen zu verzichten und die Freifläche ausschließlich zu mähen. Dieser Meinung war auch die Mehrheit der Mitglieder des Haupt-, Finanz- und Beschwerdeausschusses und lehnte den Antrag der Grünen ab. Für die Nutzung der Friedhöfe müssten ständig höhere Gebühren erhoben werden, was auch auf die Vielzahl an Bestattungsmöglichkeiten zurückzuführen sei, lautete die Begründung von SPD und UWG.

Nutzungsrecht zu Lebzeiten

In der gleichen Sitzung hatten die Mitglieder des Haupt-, Finanz- und Beschwerdeausschusses über Änderungen in der Friedhofssatzung zu entscheiden. Diese Änderungen wurden einstimmig beschlossen. Zu den Änderungen gehört auch eine Regelung zur Abfallentsorgung auf den Friedhöfen der Gemeinde. Die gewerbetreibenden Friedhofsgärtner werden nun aufgefordert, ihre Abfälle mitzunehmen und nicht in den Abfallbehältern auf dem Friedhof zu entsorgen. So soll die Zahl der Abfallbehälter und damit auch die Kosten reduziert werden.
Eine weitere Änderung zielt darauf ab, dass das Nutzungsrecht an Kammern zur oberirdischen Beisetzung von Urnen auch zu Lebzeiten vergeben werden kann.
Außerdem sollen mit einer anderen Änderung alle für die Grabstätten Verantwortlichen verpflichtet werden, die sogenannten Grab-Umgriffsflächen, also die Flächen, die sich unmittelbar um die Gräber befinden, selbst zu pflegen. Damit ist die Hoffnung verbunden, den Stundenaufwand für den Friedhofswärter, der für die Entfernung von Wildwuchs um die Flächen aller Gräber auf den kommunalen Friedhöfen benötigt wird, minimieren zu können.

Baumbestattungen in den anderen Kommunen

In der Stadt Monschau und in der Gemeinde Simmerath ist die Situation anders als in der Gemeinde Roetgen. Dort sind nach Auskunft der Verwaltungen Baumbestattungen inzwischen auf allen Friedhöfen möglich.

Quelle: Eifeler Nachrichten
Bericht und Foto: Andreas Gabbert

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