Alternativen für die Faulenbruchstraße

Neue Pläne für Faulenbruch vorgestellt

Quelle:Aachener Nachrichten
Bericht und Foto: A.Gabbert
 
ROETGEN. Die Frage, wie sich die Gemeinde Roetgen entwickeln soll, ist ein Dauerbrenner. Das betrifft auch den Bereich der südlichen Faulenbruchstraße.
 
 Nach den Plänen eines Investors sollten dort in der Nachbarschaft des Vennhofs zwei Gebäude entstehen, die über ein gemeinsames Treppenhaus verbunden wären. Insgesamt waren 18 Wohneinheiten und eine Tiefgarage vorgesehen. Die Bauverwaltung der Gemeinde und die Bauaufsicht der Städteregion hatten mehrere Versuche unternommen, den Bauherren zu überzeugen, eine Lösung zu erarbeiten, die sowohl den städtebaulichen Zielsetzungen der Gemeinde als auch den Vorstellungen des Investors gerecht werden könne.

Das Ziel sollte sein, einen gemeinsamen Bebauungsplan mit der vorgesehenen Erweiterung des Vennhofs anzustreben, der eine aufeinander abgestimmte Planung ermöglicht hätte. Darauf hatte sich der Bauherr aber nicht eingelassen. Der vorgelegte Planentwurf war aus Sicht von Rat und Verwaltung aber nicht mit den städtebaulichen Vorstellungen der Gemeinde vereinbar.

Außerdem wurde überlegt, wie mit dem derzeit noch unbeplanten Hinterland umzugehen sei. Es sei nämlich absehbar, dass der vorgelegte Entwurf lediglich der Einstieg in weitere Bauabschnitte sei. Die unbebauten Binnenbereiche seien aber ein ortstypische Merkmal der Roetgener Siedlungsstruktur. Diese zu erhalten, sollte Inhalt eines aufzustellenden Bebauungsplans sein, hatte die Verwaltung geschrieben.

Daher hatte die Verwaltung empfohlen, dem Vorhaben die Zustimmung zu verweigern und für eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung und den Erhalt des Ortsbildes einen Bebauungsplan mit Veränderungssperre aufzustellen. Dem war der Ausschuss einstimmig gefolgt. Der Gemeinderat hatte den Beschluss am 19. Dezember bestätigt.

Ein Planungsbüro hatte nun einen ersten Vorschlag zu grundlegenden Festsetzungen vorbereitet, der dem Bauausschuss vorgestellt wurde und als frühe Diskussionsgrundlage für den Einstieg in das Verfahren dienen soll. Zur Veranschaulichung wurde ein städtebauliches Konzept erarbeitet.

Demnach könnten zwischen dem Vennhof und dem Ravelradweg von der Bundesstraße aus gesehen auf der linken Seite an der Straße ein freistehendes Einzel- und zwei Doppelhäuser entstehen sowie ein weiteres Einzelhaus auf der rechten Seite. Unterhalb des Ravelradwegs auf der linken Seite könnten zwei Doppelhäuser entstehen, alternativ auch eine Hausgruppe mit einem zusätzlichen Weg als Erschließungsmöglichkeit für das angrenzende Baugebiet Grepp II.

Was passiert mit Hinterland?

Bei der Beratung im Bauauschuss kritisierte Wolfgang Schruff (PRB) , dass die Eigentümer der Grundstücke bislang nicht in die Planung einbezogen worden seien. Zudem befürchtete er, dass „Satelliten-Grundstücke“ entstehen könnten, die von der Straße aus nicht mehr erreichbar seien. Bernd Vogel (PRB) warnte vor der Wiederholung von Bausünden. Es sei versäumt worden, für Fußgänger eine Verbindung zum Baugebiet Grepp III zu schaffen. Außerdem sei es „völlig daneben“, Grünflächen zu schaffen ohne eine geregelte Zuwegung.

Der parteilose Günther Severain zeigte sich „sehr unzufrieden“ mit den vorgelegten Plänen. Die riesige Fläche im Hinterland würde nicht genutzt, lediglich das Gelände an der Straßenfront. Bei einer Nutzung des Hinterlandes seien auch Kombinationen verschiedener Häuser möglich. Es sei auch möglich, dem Investor Vorgaben zu machen. Man solle nochmals das Gespräch suchen, regte Severain an.

Klaus Onasch (SPD) rief in Erinnerung, wie es zu der Situation gekommen war. Es sei darum gegangen, mit der Aufstellung des Bebauungsplans die Vorstellungen des Investors abzuwehren. Ein Alternativvorschlag mit Blick auf die Erschließung des Baugebietes Grepp II wäre aus seiner Sicht sinnvoll. Es gelte, dem Investor die Konsequenten aufzeigen. Die vorgelegte Planung passe zur Faulenbruchstraße, erklärte Michael Schmitz (SPD) und regte an, mit einer Stichstraße auch das Hinterland zu erschließen und dafür auf ein Haus an der Straße zu verzichten.

Mit allen Betroffenen reden

Michael Seidel (CDU) erklärte, der Sinn der Aufstellung des Bebauungsplans sei, das ortstypische Bild zu erhalten. Eine Bebauung des Hinterlandes habe mit der Aufstellung des Bebauungsplans verhindert werden sollen, daher begrüße er eine Bebauung an der Straße. Das Baufenster könne man aber auflockern. Eine Zuwegung zum Baugebiet Grepp II sei wichtig. Dies könne möglicherweise entlang des Vennbahnradweges erfolgen. Dies müsse nicht an der vorgesehenen Stelle sein, zumal dieses Grundstück nicht verfügbar sei. Eine Planung, die vom Investor nicht umgesetzt würde, bringe nichts. „Wenn wir das hier so machen, wird es an anderer Stelle dupliziert“, warnte Seidel.

Silvia Bourceau (UWG) zeigte sich erstaunt, „dass es nicht in die Tiefe geht“. Sie regte an, auch das Hinterland „luftig zu beplanen, da sonst das Baugebiet Grepp III ad absurdum geführt würde. Außerdem sei es wichtig, mit allen Beteiligten und Betroffenen zu sprechen. Die Planung sei nicht zufriedenstellend. „Die Planer müssen nochmal ran“, hielt sie zusammenfassend fest. „Wir tun uns alle keinen Gefallen, wenn wir den Bebauungsplan so weiterverfolgen“, sagte Bourceau.

Bernhard Müller (Grüne) erklärte, wenn mit dem Investor nicht zu reden sei, gebe es keine andere Handlungsmöglichkeit für die Gemeinde. Über die Gestaltung sei aber noch zu reden, die könne nämlich „besser und moderner“ sein.

Es handele sich um einen ersten Entwurf der Planung, die Eigentümer würden dann im Zuge der Offenlage angeschrieben, erklärte Bauamtsleiter Dirk Meyer. Das ganze Verfahren sei auf Beteiligung ausgelegt, außerdem sei jetzt noch keine Entscheidung zu fällen, betonte Bürgermeister Jorma Klauss. „Wir würden uns eine gemeinsame Planung mit den Eigentümern und dem Investor wünschen“, sagte Klauss.

Eine andere Planung sei immer noch möglich, und er hoffe, „dass doch noch das Telefon klingelt“ und sich der Investor melde. Es sei konsequent, an der Straße zu bleiben, aber eine Erschließung des Hinterlandes solle im Verfahren offen gehalten werden. Meyer erläuterte, man plane kein Neubaugebiet und orientiere sich an dem Gestaltgutachten, in dem die Binnenbereiche als erhaltenswert eingestuft sind. Ob die Stelle für die Zufahrt für das Baugebiet Grepp II die richtige ist, sei fraglich. „Es gibt Alternativen“, sagte der Bauamtsleiter.

Ein Beschluss wurde in der Sitzung des Bauausschusses nicht gefasst.

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